
Können Sie sich noch an Wilson Phillips erinnern?
Das waren die Töchter von Brian Wilson (Beach Boys) sowie von John und Michelle Phillips (The Mamas & The Papas), die Anfang der 90er Jahre weltweit große Erfolge feierten. Ihre Geheimrezepte waren sensationelle Stimmen und großartiger Satzgesang, verbunden mit Professionalität und perfekt ausgefeilten Songs.

Ein halbes Jahrzehnt später gab es ein solches Phänomen noch einmal: The Corrs aus Irland. Drei gigantisch singende Schwestern und diesmal ein Bruder im Hintergrund. Was beide Acts verband, waren zum Einen die phantastische Musik und der berührende, ausdrucksstarke weibliche Dreisatzgesang und zum Anderen die Tatsache, dass die Künstlerinnen so natürlich zusammen gehörten und eine nicht künstlich reproduzierbare Einheit bildeten.
Carina, Maria und Anja sind SCHWESTERHERZ. Und SCHWESTERHERZ sind Deutschlands neues Stimmwunder! Carina, Maria und Anja – die Namenskombination klingt doch vertraut? Ja, das ist sie auch. Zwölf Jahre lang waren die Schwestern mit ihrer Mutter Margitta in volkstümlichen Gefilden erfolgreich. Bis vor kurzem gingen Margitta und ihre Töchter zusammen auf Tour, haben allerdings in ihrem Bühnenprogramm wesentlich mehr zu bieten gehabt als nur die volkstümlichen Hits. „Wir sind mit Cover-Versionen der No Angels und Kate Ryan aufgetreten, haben Choreographien dazu einstudiert und die Leute waren davon begeistert“, erzählt Carina, die Älteste von ihnen. Warum gibt man das auf? „Wir sind nun mal junge Mädels, die auch noch andere musikalische Interessen haben, und das leuchtet doch auch jedem ein“, ergänzt Anja, die mit den dunklen Haaren im Schwestern-Gespann.
Was auch immer SCHWESTERHERZ anbieten, es geschieht in höchster Professionalität. Sie nehmen Gesangsunterricht und spielen mehrere Instrumente, die alle im Live-Programm auch mal auf die Bühne kommen sollen. Daran wird jetzt schon geprobt, denn viel Arbeit waren die Sängerinnen schon immer gewohnt. Maria erinnert sich: „Wenn wir früher am Montagmorgen in die Schule kamen, spielte es keine Rolle, ob wir am Wochenende beim ›Grand Prix der Volksmusik‹ waren oder fünf Auftritte in zwei Tagen absolviert hatten. Das war aber auch gut so. So sind wir ziemlich bodenständig geblieben.“ Dann erzählen sie los: Vom ersten Auftritt kurz vor Weihnachten 1989, als sie aus der DDR ausgereist waren und auf so schmalem Fuß leben mussten, dass alle Weihnachtsgeschenke ins Wasser zu fallen drohten. Daraufhin stellten sich die Sängerinnen bei eisiger Kälte in die Fußgängerzone und musizierten für´s Taschengeld. Die Leute fanden sie total niedlich (grinsender O-Ton Anja: „Das macht unser natürlicher Charme“). Und nach nur einer Stunde hatten sie sich 100 D-Mark erspielt. Davon kauften sie sich im Spielzeuggeschäft nebenan drei neue Puppen, die der Weihnachtsmann somit wieder vom Wunschzettel streichen konnte. Die wurden dann verpackt und von den Nachwuchs-Christkindern selber unter den Baum gelegt. Der Anfang von allem! „Wenn wir von den Leuten beschenkt wurden, haben wir uns mit Gesang revanchiert“, erinnert sich Carina. So kam eins zum anderen und irgendwann waren die Schwestern in ihren Heimatgemeinden populär. Ein weiter Weg von den Weihnachtsengeln über die musikalischen Medien-Töchter bis zum eigenen Act, der die Musikwelt Deutschlands jetzt über die Maßen überzeugen kann!